{"id":92,"date":"2018-12-06T22:50:00","date_gmt":"2018-12-06T21:50:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.ingenieur-sicherheit-berlin.de\/?p=92"},"modified":"2019-12-01T23:15:49","modified_gmt":"2019-12-01T22:15:49","slug":"das-gute-beispiel-facebook","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dev.icz-sicherheit.de\/index.php\/2018\/12\/06\/das-gute-beispiel-facebook\/","title":{"rendered":"Das gute Beispiel Facebook"},"content":{"rendered":"\n<p>Was soll uns die Einf\u00fchrung der DSGVO, und damit ein europaweiter Standard, eigentlich f\u00fcr die Zukunft helfen ? Sicherlich, der Begriff der informationellen Selbstbestimmung ist zun\u00e4chst eines: ein sch\u00f6ner abstrakter Begriff. Aber wenn es dann (hoffentlich nicht am eigenen Leibe) zu einer konkreten Situation kommt, wird aus der Abstraktion ganz schnell ein reales Unwohlsein. Im besten Fall. Schlechter schaut es da schon aus, wenn man pers\u00f6nlich betroffen ist und merkt, wie die eigenen Daten f\u00fcr Zwecke genutzt werden, die man sich so nicht vorgestellt und schon gar nicht gew\u00fcnscht hat.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Laut aktuellen Berichten liefert Facebook gerade hier ein gutes Beispiel, wie es nicht gedacht ist. Sie lie\u00dfen einfach f\u00fcr die Firmen Netflix und Airbnb eine Zugang zu den Facebook-Nutzerdaten zu. Und es ist eigentlich fast zu banal festzustellen, dass diese Firmen auf die Nutzerdaten nicht &#8222;einfach so zum Spa\u00df&#8220; zugegriffen haben, sonder um damit konkrete wirtschaftlich Interessen verfolgen. Genau wie Facebook, die auch nicht &#8222;nur zum Spa\u00df&#8220; den Zugang erlaubten.<\/p>\n\n\n\n<p>Nur, \u00fcber welche Nutzerdaten reden wir genau ? Wem ist schon klar \u00fcber welche pers\u00f6nlichen Daten Facebook verf\u00fcgt. Offensichtlich erst mal die Daten, die man selbst eingetragen hat. Aber es hat sich inzwischen, zumindest aus meiner Sicht, herumgesprochen, dass Facebook auch aktiv Daten zu seinen Nutzerprofilen sammelt. Hierf\u00fcr dienen Auswertungen der Posts und Kommentare innerhalb von Facebook, aber auch Nachrichten die man \u00fcber den fb-Messenger oder auch Whatsapp versendet (die geh\u00f6ren ja schlie\u00dflich auch zum Konzern). Weitere Beispiele sind Auskunfteien und Kreditkartengesellschaften, die aktiv angefragt werden. Somit werden aus den pers\u00f6nlichen Nutzerdaten mit einmal viel mehr als die \u00fcblichen Name, Adresse, Telefonnummer und Mailadresse. Das f\u00fchlt sich dann vielleicht an, als w\u00fcrde man seinen Lebenslauf auf das geliebte Poesiealbum kleben, noch schnell seine Freundesliste mit allen Telefonnummern zuf\u00fcgen, dieses Paket mannigfach vervielf\u00e4ltigen und im Stadtgebiet verteilen. Will man das ?<\/p>\n\n\n\n<p>Genau dieses Verteilen unserer Daten ist das, wovor uns die DSGVO und fr\u00fcher das Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) bewahren wollen. Es bleibt klar festzustellen, dass wir hier \u00fcber vors\u00e4tzliche Verst\u00f6\u00dfe gegen die Verordnung reden. Das ist schlie\u00dflich ein ganz anderer Schnack als &#8222;Huch, ich habe noch keine Informationssicherheitsleitlinie f\u00fcr mein Unternehmen erstellt&#8220;. Etwas enger wird es schon mit &#8222;Hm, ich erkl\u00e4re in meiner Datenschutzerkl\u00e4rung gar nicht, was ich mit den gesammelten Daten so treibe&#8220;. Nein, ich wei\u00df, nat\u00fcrlich sammelt euer Internetauftritt keine Daten. Aber mir kann kein Unternehmer glaubhaft erkl\u00e4ren, dass er nicht wenigstens ein Verzeichnis seiner Gesch\u00e4ftskontakte hat. Und wenn diese auch nicht elektronisch erfasst sind, sondern in einem kleinen B\u00fcchlein unter dem Kopfkissen aufbewahrt werden &#8211; es bleiben sch\u00fctzenswerte, pers\u00f6nliche Daten. Noch besser ist das Szenario, wenn sich die &#8222;Kundendatenbank&#8220; auf dem Handy befindet. Bei gleichzeitiger Nutzung von Whatsapp hat man somit schon alle seine Kontakte an Facebook weitergeleitet, was selbst nach den AGB von Whatsapp der Zustimmung jedes einzelnen Kontaktes bedarf. Aber auch ohne Whatsapp reicht z.B. der Verlust des Handys unter Umst\u00e4nden schon aus um gegen die informationelle Selbstbestimmung der Kontakte zu versto\u00dfen. Hier gilt es ein Umdenken einzuleiten und sich mit entsprechenden Alternativen zu befassen.<\/p>\n\n\n\n<p>Hier sollte auch der verbreitete Grundsatz der praktischen Ethik zum Tragen kommen: \u201eBehandle andere so, wie du von ihnen behandelt werden willst.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Lese:&nbsp; <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/digital\/internet\/2018-12\/facebook-userdaten-verkauf-social-media-datenschutz-plattformkapitalismus\">&#8222;Du uns auch, Mark&#8220;<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>P.S.: ich m\u00f6chte mich f\u00fcr das fb-Bashing entschuldigen. Mark Zuckerberg hat einen Dienst ins Leben gerufen, der offensichtlich das Bed\u00fcrfnis von Millionen von Nutzern nach Austausch und \u00d6ffentlichkeit befriedigt. Daf\u00fcr meinen vollen Respekt. Nur sein Umgang mit diesen Nutzern und ihren Daten ist verurteilenswert.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Was soll uns die Einf\u00fchrung der DSGVO, und damit ein europaweiter Standard, eigentlich f\u00fcr die Zukunft helfen ? Sicherlich, der Begriff der informationellen Selbstbestimmung ist zun\u00e4chst eines: ein sch\u00f6ner abstrakter Begriff. Aber wenn es dann (hoffentlich nicht am eigenen Leibe) zu einer konkreten Situation kommt, wird aus der Abstraktion ganz schnell ein reales Unwohlsein. Im &#8230; <a href=\"https:\/\/dev.icz-sicherheit.de\/index.php\/2018\/12\/06\/das-gute-beispiel-facebook\/\" class=\"more-link text-uppercase small\"><strong>Continue Reading<\/strong> <i class=\"fa fa-angle-double-right\" aria-hidden=\"true\"><\/i><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":64,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[19],"tags":[30,26,38],"class_list":["post-92","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-informationssicherheit","tag-datenschutz","tag-dsgvo","tag-informationssicherheit"],"aioseo_notices":[],"post_mailing_queue_ids":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/dev.icz-sicherheit.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/92"}],"collection":[{"href":"https:\/\/dev.icz-sicherheit.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/dev.icz-sicherheit.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dev.icz-sicherheit.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dev.icz-sicherheit.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=92"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/dev.icz-sicherheit.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/92\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":93,"href":"https:\/\/dev.icz-sicherheit.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/92\/revisions\/93"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dev.icz-sicherheit.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media\/64"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/dev.icz-sicherheit.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=92"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/dev.icz-sicherheit.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=92"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/dev.icz-sicherheit.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=92"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}